Andacht zum Monatsspruch April 2018

Monatsspruch April 2018:
Jesus Christus spricht:
Friede sei mit euch!
Wie mich der Vater gesandt hat,
so sende ich euch.

Joh. 20, 21

Manchmal scheint die Lage hoffnungslos zu sein. Mit Fönfrisur und einigen neuen Ministern bahnt sich ein Handelskrieg aus den USA seinen Weg. Die Stimmung zwischen Russland und Großbritannien ist eisig und Besserung scheint nach der Wiederwahl Putins erst einmal nicht in Sicht. Quid ad me? („Was geht mich das an?“) Wir sind eben nicht nur lokal mittendrin.
Die Jünger haben in einer Situation der Angst und Hoffnungslosigkeit ihre Türen verschlossen. Ihr Lehrer und Meister, der ihnen so Großes versprochen hatte, war tot. Gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, hinabgestiegen in das Reich des Todes. Aus Angst vor den Juden – vielleicht drohte ihnen ja dasselbe Schicksal? – versteckten die Jünger sich nun. Das versprochene Gottesreich schien nie weiter weg zu sein. Hatten sie vielleicht auf das falsche Pferd gesetzt? Mussten sie nun dafür bezahlen? Ich würde mich auch verkriechen.
In diesem Moment trat Jesus in ihre Mitte und sagte: „Friede sei mit euch!“. Ich kann mir bildlich vorstellen, wie die Jünger zunächst skeptisch sind, wie sich dann ihre Angst und Verwirrung in Staunen und schließlich in Freude verwandeln: Man kann es in ihren Gesichtern sehen. Neue Hoffnung keimt auf, aber damit nicht genug, sie bekommen einen Auftrag: „Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch.“ Dorothee Sölle formulierte es in ihrem Glaubensbekenntnis so:

Ich glaube,
dass mit Jesus ein neuer Geist in die Welt kam,
der die verfeindeten Menschen miteinander sprechen lehrt und ihnen zeigt,
dass sie Geschwister sind; der uns ermutigt,
den Aufstand der Liebe gegen den Hass fortzusetzen;
der unser Urteil schärft, die Verzweiflung überwindet
und aus Irrwegen des Lebens herausführt.

Ich wünsche mir, dass wir nicht vor Angst oder Hoffnungslosigkeit erstarren, dass wir uns nicht fürchten vor dem, was in der Welt vor sich geht und uns verkriechen, sondern dass wir diesen Auftrag ernst nehmen: Liebe gegen Hass, das gilt nicht nur im Kleinen, sondern eben auch im Großen. Was hilft Stammtischpolemik, was helfen Vorurteile und festgefahrene Meinungen? Wenn ich ernsthaft an das Reich Gottes glaube, liegt es an mir, etwas dagegen zu tun und meine Stimme zu erheben. Sieben Wochen ohne Kneifen? Vielleicht geht es noch weiter:

Ich glaube,
dass mein Leben
einen höchsten Sinn erhalten kann, wenn ich mich an Jesus orientiere.
Dann schrecke ich nicht zurück vor den Gefahren
und Widersprüchen des Lebens.

Dieser Glaube an unseren Auftrag gibt mir Hoffnung. In diesem Sinne wünsche ich uns allen ein friedliches und hoffnungsvolles Osterfest.

Sabrina Engert